Ellbogengelenk in Bewegung
01
SYMPTOMATIK

TYPISCHE BESCHWERDEN.

Wie sich Funktionsstörungen und Reizungen im Ellbogengelenk im Alltag typischerweise bemerkbar machen.

Druckschmerz am äußeren Knochenvorsprung

Klassisches Zeichen eines sogenannten Tennisellenbogens (Epikondylitis).

Schmerzen beim Händeschütteln oder Flaschenöffnen

Schwäche und Schmerzen bei Dehnung oder Anspannung der Handstrecker.

Schmerzen an der Innenseite

Golferellenbogen bei Überlastung der Unterarm-Beugemuskulatur.

Reibungs- oder Blockadegefühl

Einschränkung bei endgradiger Streckung.

02
BIOMECHANIK & PATHOLOGIE

MÖGLICHE URSACHEN.

Von altersbedingten Knorpelveränderungen bis zu muskulären Dysbalancen und Fehlbelastungen.

Epikondylopathien

Mikrotraumata und Überlastungsreaktionen an den Sehnenursprüngen am Humerus.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis olecrani)

Reizung des Schleimbeutels an der Ellbogenspitze durch langes Aufstützen.

Cubitaltunnelsyndrom

Reizung des Ulnarnervs in der Knochenrinne am inneren Ellbogen.

Arthrose des Ellbogengelenks

Seltener primärer Knorpelverschleiß, meist nach früheren Frakturen.

03
BEWEGUNGSPRINZIP

DIE ROLLE DER BEWEGUNG.

Regelmäßiges, kontrolliertes Durchbewegen ohne maximale Griffkraft hält Sehnen elastisch und fördert die Durchblutung an den schlecht vaskularisierten Sehnenansätzen.

„Gelenke leben von Bewegung. Ein geschontes Gelenk verliert Knorpelsubstanz und muskuläre Führung.“

04
ALLTAGSTRANSFER

DAS GELENK IM ALLTAG.

Ergonomische Tastaturen und Vertikalmäuse am Arbeitsplatz entlasten die Handgelenksextensoren spürbar. Beim Heben schwerer Gegenstände Handflächen nach oben drehen.

Alle Alltagstipps ansehen
05
SPEZIFISCHES TRAINING

GEZIELTE ÜBUNGEN FÜR DAS ELLBOGENGELENK.

Evidenzbasierte Übungen zur Stabilisierung, Kräftigung und Mobilisation. Klicken Sie auf eine Übung für die Detailanleitung.

Mobilität • Arm

Aktive Ellbogenflexion und -extension

Erhalt des vollständigen Streck- und Beugewinkels im Ellenbogengelenk.

15 gleichmäßige Wiederholungen 2 Minuten
Mobilität • Hände, Arm

Unterarmdehnung & Mobilisation

Entlastung der Sehnenansätze an Ellbogen und Handgelenk (Prävention von Reizungen).

2 Durchgänge pro Seite je Richtung 2 Minuten
Mobilität • Hände, Arm

Fließende Handgelenk-Achter

Verbesserung der Kapselgeschmeidigkeit und Sehnenbewegung im Handgelenk.

10 Kreise pro Richtung, 2 Durchgänge 2 Minuten
Kraft • Schulter, Ganzkörper

Wandliegestütz (Wall Push-ups)

Sanfte Kräftigung der Brust-, Schulter- und Trizepsmuskulatur ohne hohe Gelenkkompression.

2–3 Sätze mit je 8 bis 12 Wiederholungen 2–3 Minuten
06
KONSERVATIVE THERAPIE

WAS PHYSIOTHERAPIE LEISTET.

Querfriktionen an den Sehnenansätzen, exzentrisches Krafttraining der Unterarmmuskeln und manuelle Mobilisation des Radiusköpfchens.

Mehr über Physiotherapie
07
BEHANDLUNGSWEGE

BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN.

Entlastung in Akutphasen, ergonomische Anpassung, Dehnprogramme und lokale Kälte- oder Wärmeanwendungen je nach Entzündungsstadium.

Überblick aller Therapien
WARNSIGNALE

WANN IST EINE ÄRZTLICHE ABKLÄRUNG RATSAM?

Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Ring- und kleinen Finger, sichtbare Rötung und pralle Schwellung an der Ellbogenspitze.

Wann zum Arzt: Gesamter Leitfaden
09
FAQ // ELLBOGENGELENK

HÄUFIGE FRAGEN.

Gelenkbeschwerden können vielfältige Ursachen haben: Dazu zählen alters- oder belastungsbedingte degenerative Veränderungen (Arthrose), akute oder chronische entzündliche Prozesse (wie rheumatoide Arthritis oder Gicht), Muskelverspannungen und Dysbalancen, Überlastungen von Sehnenansätzen (z. B. Tennisellenbogen), Band- oder Meniskusverletzungen, frühere Verletzungen sowie Fehlhaltungen und Bewegungsmangel.

Ein leichtes Dehn- oder Anstrengungsgefühl sowie ein mäßiger, gewohnter Reiz sind oft unbedenklich. Ein sofortiger Abbruch ist angezeigt bei stechendem, plötzlichem Schmerz, einem Gefühl des Einknickens oder Blockierens im Gelenk, starkem Druckgefühl mit Schwellung oder wenn Schmerzen noch 24 Stunden nach der Belastung deutlich stärker sind als zuvor.

Als Faustregel gilt: Kälte (z. B. Kühlpad in Tuch gewickelt) eignet sich bei akuten Reizungen, Entzündungen, Schwellungen oder Überwärmung. Wärme (z. B. Kirschkernkissen, warmes Bad) wirkt ideal bei Muskelverspannungen, chronischer Steifigkeit und vor sanften Mobilisationsübungen.

Entzündungshemmende Schmerzmittel (z. B. NSAR) können in Akutphasen zeitlich befristet sinnvoll sein, um Schmerzspitzen zu brechen und eine Schonhaltung zu verhindern, damit überhaupt wieder Bewegung möglich wird. Sie sollten jedoch nicht als dauerhafte Dauerlösung ohne ärztliche Absprache eingenommen werden.